Wettbewerb Attraktivierung Aareraum

2007, Olten

I Beitrag zum „Realisierungswettbewerb Attraktivierung Aareraum"

I In Zusammenarbeit mit Landschaftsarchitektur+ Matthies + Holzapfel, Hamburg / Berlin und
Pplus Architekten, Bayreuth


I Der Entwurfsgedanke ..

Der Steg reagiert in seiner Formgebung städtebaulich und funktional auf die beiden unterschiedlich hohen Ufer. Auf der Bahnhofterrasse nimmt er die Fußgänger und Pendler auf und führt sie stufenlos leicht ansteigend (~4%) über die Aare zum Amtshausquai. Bei normalem Wasserstand sind weder Treppen noch zusätzliche Rampen erforderlich, denn der Steg selbst ist Rampe.

Das Hochwasser ist für den Steg kein Problem, sondern eine spannende Herausforderung. Ein Hubzylinder an der „Nadelspitze“ sorgt durch Hochpumpen immer für ausreichenden Freibord. Ihre Gestik, Formensprache, Materialität und 108,50 m große Spannweite dokumentieren modernen Brückenbau.

I Das statische Konzept ..

Die Nadelform spiegelt das Tragverhalten der Stahlkonstruktion wieder. Am Amtshausquai ist der 3,35 m hohe Querschnitt eingespannt. Nicht sichtbare, bis zu 25 m lange Zug- und Druckpfähle nehmen dort das große Einspannmoment effizient über Kräftepaare auf.

Der Querschnitt besteht aus luftdicht verschweißten Hohlprofilen. Zwei Ober- und Untergurte bilden zusammen mit den unregelmäßig angeordneten Diagonalen einen steifen Torsionskasten. Eine Mixtur aus Fachwerk- und Rahmenwirkung führt lokal zu Biegespannungen, die jedoch durch die Hohlkästen mit Wandstärken zwischen 10 und 60 mm leicht aufgenommen werden können. Die Oberfläche wird mit einer 5 mm dünnen abgestreuten Epoxydharzbeschichtung versehen. Das Konstruktionsgewicht liegt bei 650 kg/m2.

I Adaption ..

Die Brücke „verhält“ sich adaptiv, in dem sie sich automatisch Veränderungen des Wasserstands der Aare anpasst. Bei Hochwasser wird der schlanke Träger sensorgesteuert an der Nadelspitze mit einem Hubzylinder bis maximal 1,20 m nach oben gedrückt. Die mit dieser eingeprägten „negativen Stützensenkung“ verbundenen Zwängungen führen lediglich im Feld zu einer geringfügigen Erhöhung der Bemessungsspannungen um maximal 7 %.

Auftraggeber: Baudirektion der Stadt Olten

attraktivierung aareraum
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